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10. Februar 2026

Klimafonds-Initiative

Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Klimafonds-Initiative ab. Ihr offizieller Titel lautet:  «Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik: Investieren für Wohlstand, Arbeit und Umwelt».

Die Initiative beschäftigt sich mit einer zentralen Frage unserer Zeit: Wie viel soll die Schweiz heute investieren, um den Klimawandel zu bekämpfen und wer soll das bezahlen?


Was fordert die Klimafonds-Initiative konkret?

Die Initiative fordert die Einrichtung eines staatlichen Klimafonds. In diesen Fonds soll der Bund jährlich zwischen 0,5 und 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) einzahlen. Das BIP entspricht dem Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen, die in der Schweiz innerhalb eines Jahres produziert werden.

Konkret würde das bedeuten, dass die heutigen Ausgaben von rund 2 Milliarden Franken pro Jahr um etwa 4 bis 8 Milliarden Franken erhöht würden. Dieses Geld soll zweckgebunden eingesetzt werden, insbesondere für:

  • die Reduktion von Treibhausgasemissionen
  • den Ausbau erneuerbarer Energien
  • eine effizientere Nutzung von Energie
  • den Schutz der Biodiversität
  • die Ausbildung von Fachkräften für die Energiewende

Der Fonds soll langfristig wirken und Planungssicherheit für grosse Investitionen schaffen (Quelle).

Was sagen die Befürwortenden?

Die Initiant:innen der Klimafonds-Initiative sind der Meinung, dass diese Investitionen (2 Milliarden Franken) nicht ausreichen, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen.

Unterstützt wird die Initiative unter anderem von den Grünen Schweiz und der SP Schweiz. Sie argumentieren, dass der Klimawandel die Schweiz besonders stark betrifft. Als Beispiele nennen sie die Gletscherschmelze oder zunehmende Hitzeperioden.

Prognosen gehen davon aus, dass die Durchschnittstemperatur in der Schweiz bis 2060 um bis zu 2,9 Grad Celsius steigen könnte (Quelle). Das Initiativkomitee führt an, dass die finanziellen Schäden durch den Klimawandel heute bereits fast eine Milliarde Franken pro Jahr betragen und ohne zusätzliche Massnahmen bis 2060 auf bis zu etwa 34 Milliarden Franken pro Jahr steigen könnten. Aus Sicht der Befürwortenden wäre es deshalb günstiger, heute gezielt zu investieren, statt später hohe Folgekosten tragen zu müssen.

Ein weiteres Argument betrifft die Energieversorgung. Internationale Krisen hätten gezeigt, wie abhängig die Schweiz von importierten fossilen Energieträgern ist. Der Klimafonds soll dazu beitragen, die Energieproduktion im Inland zu stärken und damit die Unabhängigkeit der Schweiz zu erhöhen (Quelle). 

Was sagen die Gegner:innen?

Das Gegenkomitee empfiehlt, die Initiative abzulehnen, und kritisiert vor allem die finanziellen Folgen. Die zusätzlichen Milliarden müssten vom Staat aufgebracht werden, ohne dass die Initiative klar regelt, wie diese Mittel langfristig finanziert werden sollen.

Die Gegner führen mehrere Risiken an:

  • mögliche Steuererhöhungen oder höhere Abgaben
  • eine Belastung der Schuldenbremse, die stabile Staatsfinanzen sichern soll
  • die Gefahr, dass andere Bereiche wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur weniger Geld erhalten

Zudem bezweifeln sie, dass ein neuer Fonds notwendig ist. Aus ihrer Sicht verfügt die Schweiz bereits über wirksame Instrumente in der Klimapolitik, die weiterentwickelt werden können, ohne einen zusätzlichen Milliardenfonds einzuführen (Quelle).

Auch der Bundesrat und das Parlament empfehlen die Ablehnung der Initiative (Quelle).

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Schweizer Stimmvolk am 8. März 2026 darüber abstimmen wird, ob ein staatlicher Klimafonds eingerichtet oder der derzeitige Kurs der Klima- und Energiepolitik fortgesetzt werden soll. Die Initiative mag wie ein technischer Vorschlag in Finanzfragen erscheinen, ist aber mehr als das: Die Initiant:innen stellen die Frage nach dem Umfang der Verantwortung des Staates. Inwieweit sollen sich der Bund und die Kantone um den Klimaschutz kümmern?

Der Klimawandel wird definiert als die Veränderung des Klimas, die vor allem direkt oder indirekt durch menschliche Aktivitäten (z. B. durch die Nutzung fossiler Brennstoffe) verursacht wird, welche die Atmosphäre verändern und zu den natürlichen Klimaveränderungen hinzukommen. Unter fossilen Brennstoffen versteht man Kohle, Erdöl und Erdgas. Es gibt drei weitere Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel häufig verwendet werden: globale Erwärmung, Treibhauseffekt und CO2. 

Unter globaler Erwärmung versteht man den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur der Erde gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Unter Treibhauseffekt versteht man hingegen natürliche oder vom Menschen erzeugte Gase in der Luft, welche die Wärme der Erde zurückhalten, um den Planeten warm zu halten. Eines dieser Gase ist CO2: Es kommt in der Natur vor, wird aber auch durch menschliche Aktivitäten bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt. Es spielt eine aktive Rolle bei der globalen Erwärmung.

Wie bereits erwähnt, hat sich die Schweiz das Ziel gesetzt, bis 2050 «Null Emissionen» zu erreichen: Das bedeutet, dass die durch menschliche Aktivitäten verursachten Gasemissionen durch deren Beseitigung ausgeglichen werden  (Quelle).

Das Pariser Abkommen ist seit 2016 in Kraft und ein internationaler Vertrag zwischen fast allen Staaten der Welt. Es verfolgt zwei zentrale Ziele:

  • den globalen Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 °C zu begrenzen
  • die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um rund 43 % zu senken

Laut den Vereinten Nationen erfordert das einen tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Wandel, der sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft stützt. (Quelle)

 

Ein Staatsfonds ist eine Geldsumme, welche die Regierung und das Parlament für einen bestimmten Zweck ansammeln und die in der Regel aus dem BIP stammt. Befürwortende von Staatsfonds halten diese für wichtig, um gezielt in Projekte und Initiativen investieren zu können, die von der Bevölkerung unterstützt werden. Gegner:innen von Staatsfonds sind hingegen der Meinung, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, strategisch in Branchen und Unternehmen zu investieren (Quelle). 

 

Warum wird über den Klimawandel diskutiert? Das Sorgenbarometer der UBS zeigt, dass sich 31 % der Schweizer:innen Sorgen um Umweltfragen machen: Dies ist nach den Gesundheitskosten die zweitgrösste Sorge der Bevölkerung im Jahr 2025 (Quelle). 

Im Jahr 2023 wurde das Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (KIG) verabschiedet, das sich für eine nachhaltige und ökologische Zukunft einsetzt (Quelle). Im Jahr 2024 wurde ausserdem das CO2-Gesetz geändert, wodurch die Schweiz sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis 2030 zu halbieren (Quelle). Diese beiden Beispiele verdeutlichen, wie wichtig das Thema Klima in der Schweizer Politik ist. 

Was waren deine grössten Sorgen im Jahr 2025?

 

Blog Facts: drei Fakten aus deinem Blog, die spannend sind

  1. Die Schweiz hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 CO2-neutral zu werde
  2. Die Initiative fordert die Einrichtung eines staatlichen Klimaschutzfonds, um die Nachhaltigkeitsziele besser zu erreichen
  3. Die Gegner:innen argumentieren, dass die aktuelle Klimapolitik bereits effizient ist und die Initiative übermässige Kosten verursachen würde  

 

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Erstellt von Gaggini Clelia